Glossar
Fachbegriffe verständlich
Definitionen aller im Plattform-Text auto-verlinkten Begriffe. Buchstaben springen zur Sektion.
A
- Agonistagonistisch · Vollagonist · PartialagonistWirkmechanismus
- Substanz, die einen Rezeptor aktiviert und dadurch die natürliche Wirkung des körpereigenen Liganden imitiert oder ergänzt.
- Angiogeneseangiogen · GefäßneubildungWirkmechanismus
- Bildung neuer Blutgefäße aus bereits bestehenden. Wichtiger Prozess bei Wundheilung, Gewebewachstum und in der Tumor-Biologie.
B
- BioverfügbarkeitbioverfügbarPharmakologie
- Anteil eines verabreichten Wirkstoffs, der unverändert den systemischen Kreislauf erreicht. Bei peptidischen Substanzen besonders abhängig von Verabreichungsweg und Verdauungsstabilität.
C
- Cochrane-ReviewCochraneStudien-Endpunkt
- Systematische Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration mit standardisiertem Vorgehen für Literatursuche, Studien-Bewertung und ggf. Meta-Analyse. Gilt als methodischer Goldstandard für die Evidenzsynthese.
- CompoundingCompounding-ApothekeRegulatorisch
- Individuelle Herstellung eines Arzneimittels in einer Apotheke, abweichend von einem industriell zugelassenen Produkt. Unterliegt eigenen behördlichen Regeln.
D
- DiarrhoeDurchfallStudien-Endpunkt
- Erhöhte Stuhlfrequenz (>3 pro Tag) mit verminderter Konsistenz. Häufigstes gastrointestinales unerwünschtes Ereignis aller GLP-1-Rezeptor-Agonisten, meist mild und dosisabhängig.
E
- Endpunktprimärer Endpunkt · sekundärer EndpunktStudien-Endpunkt
- Vorher festgelegtes Mess-Ergebnis einer Studie. Der primäre Endpunkt bestimmt die statistische Power; sekundäre Endpunkte sind explorativ.
G
- GHRHWachstumshormon-Releasing-HormonWirkmechanismus
- Hypothalamisches Peptid, das die Ausschüttung von Wachstumshormon aus der Hypophyse stimuliert.
- GLP-1Glucagon-like Peptide-1Wirkmechanismus
- Inkretin-Hormon, das nach Nahrungsaufnahme im Darm freigesetzt wird. Stimuliert glukoseabhängig die Insulin-Sekretion, hemmt Glukagon und verzögert die Magenentleerung.
- GlukoseTraubenzucker · BlutzuckerWirkmechanismus
- Einfachzucker (C₆H₁₂O₆), zentraler Energieträger des Körpers. Wird über Insulin in die Zellen aufgenommen und unter Glukagon-Wirkung aus der Leber freigesetzt. Glukose-Konzentration im Blut ist Leitparameter für Diabetes-Diagnostik und -Steuerung.
H
- Halbwertszeitt½ · EliminationshalbwertszeitPharmakologie
- Zeit, in der die Konzentration eines Wirkstoffs im Körper auf die Hälfte abfällt. Modellannahme — reale Pharmakokinetik kann komplexer sein.
- HbA1cglykiertes Hämoglobin · LangzeitzuckerStudien-Endpunkt
- Glykiertes Hämoglobin — Marker der durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der letzten 8–12 Wochen. Schlüssel-Endpunkt in Diabetes-Studien.
- HepatitisLeberentzündungStudien-Endpunkt
- Entzündung der Leber durch Viren (A-E), Alkohol, Medikamente, Autoimmunität oder andere Ursachen. Chronische Hepatitis C ist eine in russischen Thymalin-Studien adjuvant untersuchte Indikation.
- HyperglykämieÜberzuckerung · hoher BlutzuckerStudien-Endpunkt
- Zustand mit zu hohem Blutzucker, definitorisch nüchtern ≥126 mg/dL bzw. ≥7,0 mmol/L. Chronische Hyperglykämie ist das Leitsymptom von Diabetes mellitus.
- HypoglykämieUnterzuckerung · niedriger BlutzuckerStudien-Endpunkt
- Zustand mit zu niedrigem Blutzucker (<70 mg/dL bzw. <3,9 mmol/L). Klinisch relevant als unerwünschtes Ereignis vieler antidiabetischer Therapien — GLP-1-Analoga lösen sie wegen ihres glukose-abhängigen Mechanismus kaum aus.
- HypophyseHirnanhangsdrüseWirkmechanismus
- Hormondrüse an der Basis des Gehirns mit Vorderlappen (Adenohypophyse: GH, TSH, ACTH, FSH, LH, Prolaktin) und Hinterlappen (Neurohypophyse: Oxytocin, Vasopressin). Steuert übergeordnete endokrine Achsen.
- HypothalamushypothalamischWirkmechanismus
- Region im Zwischenhirn, die über Releasing- und Inhibiting-Hormone (GHRH, TRH, GnRH, Somatostatin, Dopamin, CRH) die Hypophyse steuert. Auch zentrales Regulationszentrum für Appetit, Temperatur, Schlaf-Wach-Rhythmus.
I
- IGF-1Insulin-like Growth Factor 1Wirkmechanismus
- Wachstumsfaktor, dessen Spiegel von Wachstumshormon reguliert wird. Häufig als Surrogat-Marker für GH-Aktivität verwendet.
- In-vitroZellkulturStudien-Endpunkt
- „Im Glas“ — Experiment außerhalb eines lebenden Organismus, meist in Zellkultur. Beobachtungen sind nicht automatisch auf den Menschen übertragbar.
- In-vivoStudien-Endpunkt
- „Im Lebenden“ — Experiment am lebenden Organismus, in der Regel Tier oder Mensch.
L
- Lyophilisatlyophilisiert · GefriergetrocknetTechnisch
- Gefriertrocknungs-Produkt, bei dem Wasser unter Vakuum durch Sublimation entfernt wurde. Stabile Lagerform für viele Peptide.
O
- Off-LabelOff-Label-UseRegulatorisch
- Anwendung eines zugelassenen Arzneimittels außerhalb der zugelassenen Indikation, Dosierung oder Patientenpopulation.
- OsteoporoseKnochenschwundStudien-Endpunkt
- Erkrankung mit reduzierter Knochendichte und gestörter Mikroarchitektur, die zu erhöhter Frakturanfälligkeit führt. Wichtige Therapielinien: Bisphosphonate, Denosumab, Teriparatid, Romosozumab; historisch auch Lachs-Calcitonin.
P
- PankreasBauchspeicheldrüseWirkmechanismus
- Organ mit exokriner (Verdauungsenzyme) und endokriner Funktion (Insulin aus β-Zellen, Glukagon aus α-Zellen, Somatostatin aus δ-Zellen). Zentrale Rolle in der Glukose-Homöostase.
- PankreatitisBauchspeicheldrüsen-EntzündungStudien-Endpunkt
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse, akut oder chronisch. Akute Pankreatitis ist ein potenzielles unerwünschtes Ereignis aller GLP-1-Rezeptor-Agonisten und wird in der Fachinformation als Warnung geführt — kausaler Zusammenhang ist umstritten.
- PharmakodynamikPD · pharmakodynamischPharmakologie
- Was eine Substanz mit dem Körper macht: Wirkmechanismus, Effektgröße, Dosis-Wirkungs-Beziehung.
- PharmakokinetikPK · pharmakokinetischPharmakologie
- Was der Körper mit einer Substanz macht: Aufnahme, Verteilung, Metabolisierung, Ausscheidung.
- Placebo-EffektPlaceboStudien-Endpunkt
- Verbesserung subjektiver oder messbarer Endpunkte durch die Erwartung einer Wirkung, unabhängig vom tatsächlichen Wirkstoff.
- PräklinischStudien-Endpunkt
- Studien vor der klinischen Anwendung am Menschen — meist in vitro oder im Tiermodell.
- ProstatakarzinomProstatakrebs · PCaStudien-Endpunkt
- Häufigster maligner Tumor des Mannes. Hormonsensitive Subtypen sprechen auf Androgen-Entzugs-Therapie an — u. a. mit GnRH-Agonisten (Leuprolid, Goserelin, Triptorelin) oder GnRH-Antagonisten (Degarelix, Relugolix).
R
- RCTRandomisierte kontrollierte StudieStudien-Endpunkt
- Goldstandard der klinischen Forschung. Teilnehmer:innen werden zufällig auf Behandlungs- und Kontrollgruppe verteilt; idealerweise verblindet.
- RekonstitutionrekonstituierenTechnisch
- Auflösen einer trockenen (lyophilisierten) Substanz in einer Flüssigkeit, um eine gebrauchsfertige Lösung herzustellen.
- RezeptorRezeptorenWirkmechanismus
- Protein, an das ein Signalmolekül (z.B. Hormon oder Peptid) bindet und damit eine zelluläre Antwort auslöst.
S
- SignalwegSignalwegeWirkmechanismus
- Kaskade molekularer Ereignisse, durch die ein Signal von der Zelloberfläche bis zu einer zellulären Antwort weitergeleitet wird.
V
- Verblindungdoppelblind · verblindetStudien-Endpunkt
- Verfahren, bei dem Teilnehmer:innen und/oder Forschende nicht wissen, wer Behandlung oder Placebo bekommt. Reduziert Erwartungs-Bias.
W
- WADAWelt-Anti-Doping-AgenturRegulatorisch
- Internationale Organisation, die die Anti-Doping-Bestimmungen im Sport koordiniert und die jährliche Prohibited List veröffentlicht.