CagriSema
CagriSema ist eine Fixdosis-Kombination aus dem Amylin-Analogon Cagrilintid und dem GLP-1-Agonisten Semaglutid (Novo Nordisk), in später Entwicklung für Adipositas und Typ-2-Diabetes.
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VK2735 ist ein dualer GLP-1/GIP-Rezeptor-Agonist von Viking Therapeutics, der sowohl subkutan als auch oral für Adipositas erprobt wird.
Amycretin ist ein unimolekularer GLP-1- und Amylin-Rezeptor-Agonist von Novo Nordisk — sowohl als wöchentliche subkutane als auch als tägliche orale Form in Erprobung für Adipositas und Typ-2-Diabetes.
Carbetocin ist ein langwirksames synthetisches Oxytocin-Analogon (Halbwertszeit ca. 40 Minuten). Es verhindert postpartale Blutungen als einmalige Injektion. Zugelassen u. a. in Kanada und Großbritannien, NICHT in den USA.
Eloralintid ist ein selektiver, langwirksamer Amylin-Rezeptor-Agonist von Eli Lilly zur wöchentlichen subkutanen Gabe — in Erprobung für Adipositas, allein und in Kombination mit Inkretin-Therapie.
Enfuvirtid ist ein synthetisches 36-Aminosäuren-Peptid und der erste HIV-1-Fusionsinhibitor. Es bindet die HR1-Region des viralen Hüllproteins gp41 und blockiert so den Eintritt des Virus in die Zelle. Zugelassen für therapieerfahrene HIV-Patienten.
Glepaglutid ist ein langwirksames GLP-2-Analogon (Zealand Pharma) zur Verringerung des Bedarfs an parenteraler Ernährung beim Kurzdarmsyndrom.
Histrelin ist ein Nonapeptid-GnRH-Agonist, der als Jahres-Implantat verabreicht wird. Zugelassen für zentrale Pubertas praecox bei Kindern (Supprelin LA) und fortgeschrittenes Prostatakarzinom (Vantas).
Maridebart Cafraglutid (MariTide, Amgen) ist ein bispezifisches Molekül: GLP-1-Rezeptor-Agonist kombiniert mit GIP-Rezeptor-Antagonist, ausgelegt auf monatliche Gabe; in Phase 3 für Adipositas.
Pemvidutid ist ein 29-Aminosäuren-GLP-1/Glukagon-Dual-Rezeptor-Agonist (Altimmune), der für Adipositas und die Fettleber-Erkrankung MASH erprobt wird.
Petrelintid ist ein langwirksames Amylin-Analogon (Zealand Pharma, mit Roche) zur wöchentlichen subkutanen Gabe — entwickelt für das Gewichtsmanagement, mit Fokus auf sehr gute Verträglichkeit.
Sekretin ist ein 27-Aminosäuren-Hormon, das die pankreatische Bikarbonat-Sekretion reguliert. Als ChiRhoStim ist es von der FDA als Diagnostikum zugelassen (Pankreasfunktionstest, Gastrinom-Test, Sekretin-MRCP).
Sincalide ist das synthetische C-terminale Octapeptid des Hormons Cholezystokinin (CCK-8). Als Kinevac ist es von der FDA zugelassen, um die Gallenblasen-Kontraktion für die diagnostische Bildgebung anzuregen.
Terlipressin ist ein 12-Aminosäuren-Vasopressin-Analogon und Prodrug von Lysin-Vasopressin. Als V1-Rezeptor-Agonist wirkt es gefäßverengend und ist zur Behandlung des hepatorenalen Syndroms zugelassen (FDA 2022, Terlivaz).
Buserelin ist ein synthetischer GnRH-Agonist (u. a. als Nasenspray). Es wird bei Endometriose, hormonabhängigem Prostatakarzinom und in der assistierten Reproduktion eingesetzt; in Europa zugelassen (Suprefact), in den USA nicht.
Cetrorelix ist ein synthetisches Decapeptid und GnRH-Antagonist. Es wird in der assistierten Reproduktion (IVF) eingesetzt, um einen vorzeitigen LH-Anstieg während der kontrollierten ovariellen Stimulation zu verhindern.
Ganirelix ist ein synthetisches Decapeptid und GnRH-Antagonist. Es verhindert in der assistierten Reproduktion (IVF) den vorzeitigen LH-Anstieg während der kontrollierten ovariellen Stimulation.
Icatibant ist ein synthetisches Decapeptid und selektiver Antagonist des Bradykinin-B2-Rezeptors. Es ist zur Behandlung akuter Attacken des hereditären Angioödems (HAE) zugelassen.
Lanreotid ist ein synthetisches zyklisches Octapeptid-Analogon von Somatostatin. Es bindet bevorzugt an die Somatostatin-Rezeptoren SSTR2 und SSTR5 und ist zur Behandlung der Akromegalie und bestimmter neuroendokriner Tumoren zugelassen.
Linaclotid ist ein 14-Aminosäuren-Peptid und Guanylatzyklase-C-(GC-C-)Agonist. Es ist zur Behandlung des Reizdarmsyndroms mit Verstopfung (IBS-C) und der chronischen idiopathischen Obstipation (CIC) zugelassen.
Nafarelin ist ein GnRH-Agonist und das einzige Mitglied dieser Klasse, das als Nasenspray verabreicht wird. Es ist zur Behandlung von Endometriose und zentraler Pubertas praecox zugelassen.
Pasireotid ist ein multireceptor-aktives Somatostatin-Analogon, das an vier der fünf Somatostatin-Rezeptoren bindet (besonders SSTR5). Es ist für das Cushing-Syndrom (Morbus Cushing) und Akromegalie zugelassen.
Plecanatid ist ein 16-Aminosäuren-Analogon des körpereigenen Uroguanylins und ein Guanylatzyklase-C-(GC-C-)Agonist. Es ist zur Behandlung der chronischen idiopathischen Obstipation (CIC) und des Reizdarmsyndroms mit Verstopfung (IBS-C) zugelassen.
Pramlintid ist ein synthetisches Analogon des Hormons Amylin. Es wird als Ergänzung zur Mahlzeiten-Insulintherapie bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes eingesetzt und verlangsamt u. a. die Magenentleerung.
Teduglutid ist ein DPP-4-resistentes Analogon von GLP-2 (Glucagon-like Peptide-2). Es fördert Wachstum und Funktion der Darmschleimhaut und ist zur Behandlung des Kurzdarmsyndroms zugelassen.
Vasopressin (Arginin-Vasopressin, antidiuretisches Hormon/ADH) ist ein zyklisches Nonapeptid-Hormon, das den Wasserhaushalt und den Gefäßtonus reguliert. Als Vasostrict ist es zur Blutdruck-Anhebung bei vasodilatatorischem Schock zugelassen.
Abaloparatid ist ein synthetisches 34-Aminosäuren-Analogon des Parathormon-verwandten Proteins (PTHrP 1-34). Es ist behördlich zugelassen und wird in der wissenschaftlichen Literatur als knochenanaboler Wirkstoff zur Behandlung der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit hohem Frakturrisiko untersucht. Wie das verwandte Teriparatid stimuliert es in Studien die Knochenneubildung, weist aber eine eigenständige Rezeptor-Bindungscharakteristik auf.
Afamelanotid (Markenname Scenesse) ist ein synthetisches 13-Aminosäuren-Analogon des α-Melanozyten-stimulierenden Hormons (α-MSH) und ein Melanocortin-1-Rezeptor-Agonist. Im Unterschied zu den meisten hier erfassten Peptiden ist es ein regulär zugelassenes Arzneimittel: EMA-Zulassung 2014/2015, FDA-Zulassung 2019, jeweils als subkutanes Implantat zur Vorbeugung von Phototoxizität bei Erwachsenen mit erythropoetischer Protoporphyrie (EPP). Es fördert die Eumelanin-Bildung in der Haut.
Calcitonin vom Lachs ist ein synthetisch hergestelltes Peptidhormon aus 32 Aminosäuren, das dem körpereigenen Calcitonin entspricht, aber eine höhere biologische Wirkstärke aufweist als das humane Hormon. In der wissenschaftlichen Literatur wird es im Zusammenhang mit der Hemmung des osteoklastenvermittelten Knochenabbaus und der Senkung erhöhter Kalziumspiegel untersucht. Es war historisch breit zur Behandlung der postmenopausalen Osteoporose zugelassen; nach europäischen Sicherheitsbewertungen wurde der Einsatz jedoch eingeschränkt.
Cerebrolysin (FPF-1070) ist kein Einzelpeptid, sondern ein aus Schweinehirn gewonnenes Präparat aus niedermolekularen Peptiden und freien Aminosäuren, hergestellt durch standardisierte enzymatische Proteolyse. Es ist in mehreren Ländern (u. a. Österreich, Russland, Teilen Asiens) für Schlaganfall, Demenz und Schädel-Hirn-Trauma zugelassen, in den USA jedoch nicht von der FDA und nicht zentral von der EMA. Die Wirksamkeit ist umstritten: Cochrane-Übersichtsarbeiten fanden keinen überzeugenden Nutzen und wiesen auf mögliche Schadenssignale hin.
Degarelix (Handelsname Firmagon) ist ein synthetisches Decapeptid und ein Gonadotropin-Releasing-Hormon-(GnRH-)Rezeptor-Antagonist. Im Unterschied zu GnRH-Agonisten blockiert es den Rezeptor direkt und löst keinen anfänglichen Testosteron-Anstieg (Flare) aus. Es ist als verschreibungspflichtiges Arzneimittel zur Behandlung des fortgeschrittenen, hormonabhängigen Prostatakarzinoms zugelassen. Diese Seite fasst neutral die Studienlage und den Rechtsstatus zusammen und ist keine Anwendungs- oder Dosierempfehlung.
Desmopressin (DDAVP) ist ein synthetisches Analogon des körpereigenen Hormons Vasopressin (antidiuretisches Hormon, ADH). Durch Desaminierung der ersten Aminosäure und Austausch des L-Arginins gegen D-Arginin wirkt es selektiv am V2-Rezeptor mit stark verringerter blutdrucksteigernder (V1-)Aktivität. Es ist seit Jahrzehnten zugelassen, unter anderem bei zentralem Diabetes insipidus, primärer nächtlicher Enuresis und bei Blutungsneigung im Rahmen der von-Willebrand-Erkrankung Typ 1 und milder Hämophilie A. Wichtigstes Sicherheitsrisiko ist eine Hyponatriämie bzw. Wasserintoxikation.
Ecnoglutide (XW003) ist ein langwirksames, cAMP-Signal-biased GLP-1-Analogon von Sciwind Biosciences. Es leitet sich von GLP-1(7-37) mit einer Alanin-zu-Valin-Substitution an Position 8 ab und aktiviert den GLP-1-Rezeptor selektiv über den cAMP-Weg gegenüber der β-Arrestin-Rekrutierung. Untersucht zur Gewichtsregulation und bei Typ-2-Diabetes.
Efinopegdutide (MK-6024, früher JNJ-64565111 / HM12525A) ist ein einmal wöchentlich anwendbarer dualer Agonist an GLP-1- und Glucagon-Rezeptor, entwickelt von Hanmi und Merck. Es wurde für Adipositas und insbesondere für die metabolische Fettlebererkrankung (MASH/NAFLD) untersucht; eine Phase-2-Studie zeigte gegenüber Semaglutid eine stärkere Reduktion des Leberfetts. Prüfpräparat, nicht zugelassen.
Elamipretide (SS-31, MTP-131, früher Bendavia) ist ein synthetisches, mitochondrien-gerichtetes Tetrapeptid (Sequenz D-Arg-Dmt-Lys-Phe-NH2), das an Cardiolipin der inneren Mitochondrienmembran bindet und so die Cristae-Struktur stabilisieren und die mitochondriale Bioenergetik unterstützen soll. Es wurde von Stealth BioTherapeutics in mehreren Indikationen klinisch geprüft, darunter primäre mitochondriale Myopathie, Barth-Syndrom, Herzinsuffizienz und trockene altersbedingte Makuladegeneration (geographische Atrophie). Die Studienlage ist gemischt: Mehrere zentrale Studien verfehlten ihre primären Endpunkte. Im September 2025 erhielt Elamipretide (Handelsname Forzinity) in den USA eine beschleunigte FDA-Zulassung ausschließlich für das ultra-seltene Barth-Syndrom; in allen übrigen geprüften Indikationen bleibt es investigationell und ist außerhalb der USA nicht als Arzneimittel zugelassen.
Follistatin ist ein körpereigenes, glykosyliertes Bindeprotein (~35 kDa, deutlich größer als typische Peptide), das Mitglieder der TGF-β-Superfamilie — darunter Activin und Myostatin (GDF-8) — bindet und neutralisiert. In Tiermodellen führt eine Erhöhung von Follistatin zu einer Enthemmung des Muskelwachstums. Klinisch wurde es vor allem über AAV-Gentherapie (FS344) bei Muskeldystrophien untersucht. Follistatin ist kein zugelassenes Arzneimittel; humane Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten sind begrenzt und stammen überwiegend aus frühen Gentherapie-Studien und präklinischer Forschung. Auf dem Graumarkt wird ein 'Follistatin-344'-Produkt vertrieben, dessen Identität und Reinheit ohne Analytik nicht überprüfbar sind.
Glukagon ist ein aus 29 Aminosäuren bestehendes Pankreashormon, das in den Alpha-Zellen der Langerhans-Inseln gebildet wird. Es ist der physiologische Gegenspieler von Insulin und hebt den Blutzucker über hepatische Glykogenolyse und Gluconeogenese an. Es ist als Notfallbehandlung bei schwerer Hypoglykämie und als diagnostisches Hilfsmittel zugelassen; sein Rezeptor ist zudem ein Ziel moderner dualer und tripler Inkretin-Agonisten.
Gonadorelin ist das synthetische Decapeptid mit identischer Aminosäuresequenz wie das körpereigene Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH/LHRH). Historisch in mehreren Ländern für die diagnostische Prüfung der Hypophysenfunktion und für Fruchtbarkeits-Indikationen (Pumpen-Systeme) zugelassen. Charakteristisch ist die gegensätzliche Wirkung von pulsatiler gegenüber kontinuierlicher Verabreichung: pulsatil stimuliert, kontinuierlich führt zur Rezeptor-Desensitisierung.
Goserelin ist ein synthetisches Dekapeptid und ein Agonist des Gonadotropin-Releasing-Hormons (GnRH). Es wird in der medizinischen Literatur als Hormontherapeutikum beschrieben, das durch anhaltende Rezeptorstimulation die Freisetzung von Geschlechtshormonen unterdrückt. Behördlich zugelassene Anwendungsgebiete umfassen unter anderem Prostatakarzinom, fortgeschrittenes Mammakarzinom, Endometriose und die endometriale Ausdünnung.
Humanin ist ein 24 Aminosäuren langes mitochondrial-kodiertes Peptid (mitochondrial-derived peptide, MDP), dessen offener Leserahmen innerhalb der 16S-rRNA-Region (Gen MT-RNR2) der mitochondrialen DNA liegt. Es gilt als Gründungsmitglied der MDP-Familie und wurde 2001 von der Gruppe um Hashimoto/Nishimoto bei der Suche nach neuroprotektiven Faktoren im Gehirn eines Alzheimer-Patienten entdeckt. In der Grundlagenforschung (u.a. Labor von Pinchas Cohen) wird Humanin als zytoprotektives, anti-apoptotisches Peptid beschrieben und in den Kontexten Alzheimer/Neuroprotektion, Stoffwechsel/Insulinwirkung und Alterung untersucht. Die Evidenz stammt nahezu vollständig aus Zell- und Tiermodellen sowie aus Beobachtungen körpereigener Spiegel beim Menschen; kontrollierte Humanstudien zu exogenem Humanin als Therapeutikum fehlen. Es ist nirgends als Arzneimittel zugelassen und wird grau-marktseitig als Forschungschemikalie gehandelt.
Synthetisches Analogon des insulinähnlichen Wachstumsfaktors 1 (IGF-1) mit einer Arg-Substitution an Position 3 und einer 13-Aminosäuren-Verlängerung am N-Terminus. Diese Modifikationen senken die Bindung an IGF-Bindungsproteine und verlängern die Wirkdauer gegenüber natürlichem IGF-1. LR3 IGF-1 ist primär ein etabliertes Zellkultur-Reagenz (serumfreie Medien, Bioprozess-Technik); es ist KEIN zugelassenes Humanarzneimittel. Eine Verwendung im Bodybuilding-Graumarkt ist beschrieben; LR3 IGF-1 fällt als IGF-1-Analogon unter das WADA-Dopingverbot.
Kisspeptin-10 ist das kürzeste bioaktive Fragment (10 Aminosäuren) des endogenen Neuropeptids Kisspeptin, das vom KISS1-Gen kodiert wird. Es wirkt als Agonist am Rezeptor KISS1R (GPR54) und stimuliert hypothalamische GnRH-Neuronen, was zur Ausschüttung von LH und FSH führt. Kisspeptin ist ein zentraler Schalter von Pubertät und Reproduktion und wird am Menschen vor allem von der Arbeitsgruppe um Waljit Dhillo (Imperial College London) bei reproduktiven Störungen sowie bei der sexuellen und emotionalen Verarbeitung im Gehirn erforscht. Es ist kein zugelassenes Arzneimittel.
KPV ist das C-terminale Tripeptid (Lysin-Prolin-Valin) des Hormons α-MSH und entspricht dessen Positionen 11–13. In Zell- und Nagermodellen wurde eine entzündungsmodulierende Aktivität beschrieben, vor allem über eine Hemmung des NF-κB-Signalwegs. Die Datenlage stammt nahezu ausschließlich aus präklinischen Untersuchungen (Zellkultur und Maus); kontrollierte Humanstudien fehlen im Wesentlichen. KPV ist kein zugelassenes Arzneimittel.
Leuprorelin (auch Leuprolid) ist ein synthetisches Nonapeptid-Analogon des Gonadotropin-Releasing-Hormons (GnRH/LHRH). Es ist in mehreren Ländern als verschreibungspflichtiges Arzneimittel zugelassen, unter anderem zur Behandlung des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms, der Endometriose, von Uterusmyomen und der zentralen Pubertas praecox. Diese Seite fasst neutral die Studienlage und den Rechtsstatus zusammen und ist keine Anwendungs- oder Dosierempfehlung.
LL-37 ist das einzige bekannte humane Cathelicidin, ein 37 Aminosäuren langes antimikrobielles Peptid, das durch Spaltung aus dem Vorläuferprotein hCAP18 entsteht. Es spielt in der Forschung eine zentrale Rolle in der angeborenen Immunabwehr und Wundheilung, wirkt jedoch kontextabhängig sowohl entzündungshemmend als auch entzündungsfördernd und wird mit Autoimmunprozessen in Verbindung gebracht. LL-37 ist kein zugelassenes Arzneimittel; die Datenlage ist überwiegend grundlagenwissenschaftlich und präklinisch.
Synthetisches Oxyntomodulin-Analogon, das gleichzeitig den GLP-1- und den Glucagon-Rezeptor aktiviert (dualer Agonist). Entwickelt von Innovent Biologics und Eli Lilly. In China hat die NMPA Mazdutide am 27. Juni 2025 für das chronische Gewichtsmanagement zugelassen; eine weitere Zulassung für Typ-2-Diabetes wird in China geprüft. Außerhalb Chinas ist die Substanz weiterhin in der klinischen Entwicklung.
Tetrasubstituiertes synthetisches Analogon von GHRH(1-29), das im Graumarkt als "CJC-1295 ohne DAC" gehandelt wird. Eng verwandt mit Sermorelin (GHRH 1-29); ein kurzwirksames Wachstumshormon-Releasing-Hormon-Analogon, das oft mit einem GHRP/Ghrelin-Mimetikum kombiniert wird. Nicht als Arzneimittel zugelassen. Direkte Humanstudien zu genau diesem Analogon fehlen praktisch vollstaendig; die Faktenbasis stuetzt sich auf verwandte GHRH(1-29)-Analoga.
MOTS-c ist ein 16 Aminosäuren langes mitochondrial-kodiertes Peptid (mitochondrial-derived peptide, MDP), dessen offener Leserahmen innerhalb der 12S-rRNA-Region der mitochondrialen DNA liegt. In der Grundlagenforschung (u.a. Labore von Changhan Lee und Pinchas Cohen) wird es als Regulator der metabolischen Homöostase und als Aktivator des AMPK-Signalwegs beschrieben und teils als 'Exercise Mimetic' diskutiert. Die Evidenz stammt nahezu vollständig aus Zell- und Tiermodellen; kontrollierte Humanstudien zu MOTS-c als Therapeutikum fehlen. Es ist nirgends als Arzneimittel zugelassen und wird grau-marktseitig als Forschungschemikalie gehandelt.
Oxytocin ist ein körpereigenes Nonapeptid-Hormon des Hypophysen-Hinterlappens. Als synthetische Form (Pitocin, Syntocinon) ist es seit Jahrzehnten zur Geburtseinleitung und -verstärkung sowie zur Kontrolle postpartaler Uterusblutungen zugelassen. Davon strikt zu trennen ist die intranasale Anwendung zur Beeinflussung von sozialem Verhalten, Vertrauen, Angst oder Autismus-Symptomatik: Diese Anwendung ist nicht zugelassen, rein experimentell und liefert in kontrollierten Studien uneinheitliche, oft negative Ergebnisse.
Setmelanotide (Handelsname Imcivree) ist ein synthetisches zyklisches Oktapeptid und ein Agonist am Melanocortin-4-Rezeptor (MC4R). Es wurde als verschreibungspflichtiges Arzneimittel zur chronischen Gewichtsregulation bei seltenen genetischen Formen der Adipositas im MC4R-Signalweg entwickelt und zugelassen (u. a. POMC-, PCSK1- und LEPR-Mangel sowie Bardet-Biedl-Syndrom). Die folgenden Angaben dienen ausschließlich Informations- und Bildungszwecken.
Teriparatid ist das rekombinant hergestellte N-terminale Fragment 1-34 des humanen Parathormons (PTH). Es ist behördlich zugelassen und wird in der wissenschaftlichen Literatur als knochenanaboles Mittel zur Behandlung der Osteoporose untersucht. Im Gegensatz zu antiresorptiven Wirkstoffen wird ihm in Studien eine die Knochenneubildung anregende Wirkung zugeschrieben.
Thymosin Beta-4 (Tβ4) ist ein körpereigenes, 43 Aminosäuren langes Peptid, das als wichtigster intrazellulärer Aktin-Sequestrierungsfaktor gilt und an Zellmigration, Gefäßneubildung und Geweberegeneration beteiligt ist. Es wurde unter anderem bei trockenem Auge, Hornhaut- und Wundheilung sowie Herzreparatur untersucht (RegeneRx-Programme, RGN-259). Thymosin Beta-4 ist KEIN zugelassenes Arzneimittel; belastbare Wirksamkeitsdaten am Menschen sind begrenzt. Das im Graumarkt vertriebene TB-500 ist ein synthetisches Fragment/Analogon und davon zu unterscheiden.
1987 entdeckte Garth Cooper in Oxford, dass die β-Zelle des Pankreas nicht nur Insulin sezerniert, sondern parallel ein zweites Peptid: Amylin. 18 Jahre später kam mit Pramlintid das erste Amylin-Analog auf den Markt — und nie aus der Insulin-Schatten heraus. Heute, 2024-2026, gewinnt die Amylin-Linie über Cagrilintide neue Aufmerksamkeit: als Kombinationspartner mit Semaglutid in der CagriSema-Kombination.
Die Idee ist alt und biologisch attraktiv: das Immunsystem produziert eigene antimikrobielle Peptide — Defensine, Cathelicidine, Magainine — die Bakterien direkt töten, oft auch resistente. Bei der wachsenden globalen Antibiotika-Resistenz-Krise scheinen sie die offensichtliche Lösung. Trotz 40 Jahre Forschung und Hunderter klinischer Versuche existiert kein einziger systemisch zugelassener antimikrobieller Peptid-Wirkstoff. Eine Bestandsaufnahme der strukturellen Gründe.
Wenn Sie ein Peptid-Medikament verschrieben bekommen — Semaglutid, Octreotide, Leuprolid, fast jedes andere — wurde der eigentliche Wirkstoff sehr wahrscheinlich in einer von wenigen spezialisierten Anlagen in der Schweiz, Schweden oder Belgien synthetisiert. Bachem, PolyPeptide und Polypeptide Laboratories sind die größten Auftragsfertiger der Welt für klinisch zugelassene Peptide — eine Industrie, die selten in der Öffentlichkeit auftaucht, aber das Rückgrat der gesamten Peptid-Pharmakologie bildet.
Die Insulin-Geschichte wird oft auf zwei Namen verkürzt: Banting und Best. In der Realität war die Extraktion 1921-1922 eine Kollaboration vier sehr unterschiedlicher Männer in unterschiedlicher Ausrüstung und mit erheblicher persönlicher Reibung. Eine detaillierte Chronologie des Sommers, in dem ein chronisch lethales Leiden zu einer behandelbaren Krankheit wurde.
Botulinum-Toxin spaltet das SNARE-Protein SNAP-25 und legt damit Muskelnerven lahm. Anfang der 2000er Jahre stellten Forscher in Barcelona die naheliegende Frage: Lässt sich das gleiche Ziel — die SNARE-Hemmung — mit einem kleinen, topisch verträglichen Peptid imitieren? Daraus wurde Argireline. Eine Substanz mit kleinen, aber realen Effektgrößen — und einem viel größeren Marketing-Mythos.
Seit den 1990er Jahren beschreibt eine Arbeitsgruppe um Predrag Sikirić in Zagreb ein Pentadecapeptid mit einer ungewöhnlich breiten Palette präklinischer Wirkungen. BPC-157 ist im Internet zur Legende geworden — und in der akademischen Medizin ein Sonderfall. Eine Bestandsaufnahme.
Calcitonin reguliert beim Menschen den Calcium-Haushalt und hemmt Osteoklasten. Aber humanes Calcitonin wirkt klinisch unzureichend. Die pharmakologische Lösung kam aus einer ungewöhnlichen Quelle: dem Calcitonin des Lachses, das beim Menschen 40-fach potenter wirkt als das eigene. Eine Geschichte über die seltene Konstellation, in der ein artfremdes Hormon dem körpereigenen klinisch überlegen ist — und über das langsame Verschwinden einer einst breit verschriebenen Therapie.
In den 1990er Jahren entstand parallel zur pharmazeutischen Peptid-Welt eine eigene Industrie: Cosmetic-Peptide. Heute füllen Substanzen wie Argireline, Matrixyl, SNAP-8 und Dutzende weitere die Wirkstoff-Listen tausender Kosmetik-Produkte. Eine Branche zwischen mechanistischer Plausibilität, kleinen klinischen Effekten und marketing-getriebener Expansion.