Vergleich
Argireline vs. Retatrutide
Zwei Peptide direkt nebeneinander — Identität, Evidenzlage, Rechtsstatus und bekannte Nebenwirkungen.
Identität
Kategorie
Kosmetisch
Stoffwechsel
CAS-Nr.
616204-22-9
2381089-83-2
Molekulargewicht
888.99 g/mol
4731.6 g/mol
Halbwertszeit
keine Daten
144 h
Sequenz
Ac-Glu-Glu-Met-Gln-Arg-Arg-NH2Y-Aib-EGTFTSDYSIYLDKQAAQDFVQWLLDTGPSSGAPPPSWirkmechanismus
Argireline
Argireline ist ein synthetisches Hexapeptid, dessen Sequenz dem N-terminalen Ende des SNAP-25-Proteins entspricht. In vitro wurde gezeigt, dass es die Bildung des SNARE-Komplexes (für die Vesikel-Fusion bei der Neurotransmitter-Freisetzung notwendig) kompetitiv hemmen kann. Eine topische Anwendung soll dadurch — bei sehr begrenzter Hautpermeation — die acetylcholinerge Signalübertragung an der neuromuskulären Endplatte abschwächen. Die Wirkung ist um Größenordnungen schwächer als die intramuskuläre Botulinumtoxin-Wirkung; die klinische Übertragbarkeit der in-vitro-Beobachtungen auf die Hautmikroumgebung ist umstritten.
Retatrutide
Retatrutide ist ein 39-Aminosäuren-Peptid mit Agonismus an drei Inkretin- bzw. Energiehaushalt-Rezeptoren: GLP-1R (Insulinsekretion, Sättigung), GIPR (Insulinsensitivität, Fettstoffwechsel) und Glucagon-Rezeptor (Energieverbrauch, Lipolyse). Die kombinierte Glucagon-Aktivierung soll den katabolen Energieverbrauch erhöhen, während der hyperglykämische Effekt durch die gleichzeitige GLP-1-/GIP-Wirkung kompensiert wird. Albumin-Bindung über eine Fettsäureseitenkette ermöglicht die wöchentliche Gabe.
Evidenz-Lage
Höchste Evidenz
Humanstudie
Human-RCT
Studien
3
5
davon am Menschen
2
4
Effekte erfasst
3
4
Offene Widersprüche
1
0
Dokumentierte Nebenwirkungen
1
2