Vergleich
Humanin vs. Teduglutid
Zwei Peptide direkt nebeneinander — Identität, Evidenzlage, Rechtsstatus und bekannte Nebenwirkungen.
Identität
Kategorie
Forschung sonstige
Forschung sonstige
CAS-Nr.
330936-69-1
197922-42-2
Molekulargewicht
2687.27 g/mol
3752.13 g/mol
Halbwertszeit
keine Daten
keine Daten
Sequenz
Met-Ala-Pro-Arg-Gly-Phe-Ser-Cys-Leu-Leu-Leu-Leu-Thr-Ser-Glu-Ile-Asp-Leu-Pro-Val-Lys-Arg-Arg-Alakeine Daten
Wirkmechanismus
Humanin
Humanin entsteht aus einem kurzen offenen Leserahmen innerhalb der 16S-rRNA-Region des mitochondrialen Genoms (MT-RNR2) — es wird also nicht von Kern-DNA kodiert. Mechanistisch wird in präklinischen Arbeiten ein zytoprotektiver, anti-apoptotischer Effekt über mehrere Wege beschrieben: eine extrazelluläre Bindung an einen trimeren Rezeptorkomplex aus gp130, CNTFR und WSX-1 mit nachfolgender Aktivierung des JAK2/STAT3-Signalwegs sowie intrazelluläre Interaktionen, darunter eine Hemmung des pro-apoptotischen Proteins BAX (und von tBID), eine Bindung an IGFBP-3 mit Modulation der IGF-1-Achse und eine Interaktion mit FPRL1/FPRL2-Rezeptoren. Diese Modelle stammen überwiegend aus Zellkultur und Nagern; inwieweit sie die menschliche Physiologie nach Gabe von exogenem synthetischem Humanin abbilden, ist nicht durch kontrollierte Humanstudien belegt.
Teduglutid
Teduglutid aktiviert den GLP-2-Rezeptor und fördert Wachstum und Regeneration der Dünndarm-Zotten, steigert die Nährstoff- und Flüssigkeitsaufnahme und verringert dadurch die Abhängigkeit von parenteraler Ernährung. Die Glycin-Substitution an Position 2 macht es resistent gegen den schnellen Abbau durch DPP-4.
Evidenz-Lage
Höchste Evidenz
Humanstudie
Human-RCT
Studien
4
2
davon am Menschen
1
2
Effekte erfasst
4
2
Offene Widersprüche
1
0
Dokumentierte Nebenwirkungen
0
2
Rechtsstatus
Vollständige Einträge
Häufige Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen Humanin und Teduglutid?
- Humanin wird der Kategorie „Forschung sonstige" zugeordnet, Teduglutid der Kategorie „Forschung sonstige". Humanin: Humanin ist ein 24 Aminosäuren langes mitochondrial-kodiertes Peptid (mitochondrial-derived peptide, MDP), dessen offener Leserahmen innerhalb der 16S-rRNA-Region (Gen MT-RNR2) der mitochondrialen DNA liegt. Es gilt als Gründungsmitglied der MDP-Familie und wurde 2001 von der Gruppe um Hashimoto/Nishimoto bei der Suche nach neuroprotektiven Faktoren im Gehirn eines Alzheimer-Patienten entdeckt. In der Grundlagenforschung (u.a. Labor von Pinchas Cohen) wird Humanin als zytoprotektives, anti-apoptotisches Peptid beschrieben und in den Kontexten Alzheimer/Neuroprotektion, Stoffwechsel/Insulinwirkung und Alterung untersucht. Die Evidenz stammt nahezu vollständig aus Zell- und Tiermodellen sowie aus Beobachtungen körpereigener Spiegel beim Menschen; kontrollierte Humanstudien zu exogenem Humanin als Therapeutikum fehlen. Es ist nirgends als Arzneimittel zugelassen und wird grau-marktseitig als Forschungschemikalie gehandelt. Teduglutid: Teduglutid ist ein DPP-4-resistentes Analogon von GLP-2 (Glucagon-like Peptide-2). Es fördert Wachstum und Funktion der Darmschleimhaut und ist zur Behandlung des Kurzdarmsyndroms zugelassen. Diese Seite stellt beide neutral und quellenbasiert gegenüber — ohne Anwendungs- oder Dosierempfehlung.
- Welches Peptid ist besser wissenschaftlich belegt, Humanin oder Teduglutid?
- Der höchste vorhandene Evidenzgrad ist bei Humanin „Humanstudie" und bei Teduglutid „Human-RCT". Ein höherer Evidenzgrad bedeutet belastbarere Daten, aber keine Aussage über Eignung für eine Einzelperson. Die vollständige Studienlage steht auf den jeweiligen Einzelseiten.
- Wie ist der Rechtsstatus von Humanin und Teduglutid in Deutschland und den USA?
- Deutschland: Humanin — Nicht zugelassen, Teduglutid — Verschreibung. USA: Humanin — Nur Forschung, Teduglutid — Verschreibung. Angaben sind faktische Zusammenfassungen mit Quelle und Prüfdatum auf den Einzelseiten.