Vergleich
Lanreotid vs. Leuprorelin
Zwei Peptide direkt nebeneinander — Identität, Evidenzlage, Rechtsstatus und bekannte Nebenwirkungen.
Identität
Kategorie
Forschung sonstige
Forschung sonstige
CAS-Nr.
108736-35-2
53714-56-0
Molekulargewicht
1096.34 g/mol
1209.4 g/mol
Halbwertszeit
keine Daten
3 h
Sequenz
keine Daten
Pyr-His-Trp-Ser-Tyr-D-Leu-Leu-Arg-Pro-NHEtWirkmechanismus
Lanreotid
Lanreotid aktiviert Somatostatin-Rezeptoren (vor allem SSTR2, zusätzlich SSTR5) und hemmt dadurch die Ausschüttung von Wachstumshormon, IGF-1 sowie diversen gastrointestinalen und neuroendokrinen Hormonen. Gegenüber natürlichem Somatostatin ist es metabolisch deutlich stabiler.
Leuprorelin
Leuprorelin ist ein GnRH-Rezeptor-Agonist. Nach Bindung an hypophysäre GnRH-Rezeptoren kommt es zunächst zu einer vorübergehenden Stimulation der Freisetzung von luteinisierendem Hormon (LH) und follikelstimulierendem Hormon (FSH) – dem sogenannten Flare. Bei kontinuierlicher, nicht-pulsatiler Exposition werden die Rezeptoren herunterreguliert und desensibilisiert, was die Gonadotropin-Sekretion supprimiert und in der Folge die Sexualsteroide (Testosteron beziehungsweise Östradiol) auf niedrige Spiegel senkt. Dieser Mechanismus erklärt die in der Literatur beschriebene Anwendung bei hormonabhängigen Erkrankungen.
Evidenz-Lage
Höchste Evidenz
Human-RCT
Human-RCT
Studien
1
4
davon am Menschen
1
4
Effekte erfasst
2
4
Offene Widersprüche
1
1
Dokumentierte Nebenwirkungen
2
3
Rechtsstatus
Vollständige Einträge
Häufige Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen Lanreotid und Leuprorelin?
- Lanreotid wird der Kategorie „Forschung sonstige" zugeordnet, Leuprorelin der Kategorie „Forschung sonstige". Lanreotid: Lanreotid ist ein synthetisches zyklisches Octapeptid-Analogon von Somatostatin. Es bindet bevorzugt an die Somatostatin-Rezeptoren SSTR2 und SSTR5 und ist zur Behandlung der Akromegalie und bestimmter neuroendokriner Tumoren zugelassen. Leuprorelin: Leuprorelin (auch Leuprolid) ist ein synthetisches Nonapeptid-Analogon des Gonadotropin-Releasing-Hormons (GnRH/LHRH). Es ist in mehreren Ländern als verschreibungspflichtiges Arzneimittel zugelassen, unter anderem zur Behandlung des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms, der Endometriose, von Uterusmyomen und der zentralen Pubertas praecox. Diese Seite fasst neutral die Studienlage und den Rechtsstatus zusammen und ist keine Anwendungs- oder Dosierempfehlung. Diese Seite stellt beide neutral und quellenbasiert gegenüber — ohne Anwendungs- oder Dosierempfehlung.
- Welches Peptid ist besser wissenschaftlich belegt, Lanreotid oder Leuprorelin?
- Der höchste vorhandene Evidenzgrad ist bei Lanreotid „Human-RCT" und bei Leuprorelin „Human-RCT". Ein höherer Evidenzgrad bedeutet belastbarere Daten, aber keine Aussage über Eignung für eine Einzelperson. Die vollständige Studienlage steht auf den jeweiligen Einzelseiten.
- Wie ist der Rechtsstatus von Lanreotid und Leuprorelin in Deutschland und den USA?
- Deutschland: Lanreotid — Verschreibung, Leuprorelin — Verschreibung. USA: Lanreotid — Verschreibung, Leuprorelin — Verschreibung. Angaben sind faktische Zusammenfassungen mit Quelle und Prüfdatum auf den Einzelseiten.