Vergleich
Afamelanotide vs. Pasireotid
Zwei Peptide direkt nebeneinander — Identität, Evidenzlage, Rechtsstatus und bekannte Nebenwirkungen.
Identität
Kategorie
Forschung sonstige
Forschung sonstige
CAS-Nr.
75921-69-6
396091-73-9
Molekulargewicht
1646.87 g/mol
1047.21 g/mol
Halbwertszeit
12 h
keine Daten
Sequenz
Ac-Ser-Tyr-Ser-Nle-Glu-His-D-Phe-Arg-Trp-Gly-Lys-Pro-Val-NH2keine Daten
Wirkmechanismus
Afamelanotide
Afamelanotid ist ein synthetisches Analogon des α-Melanozyten-stimulierenden Hormons. Es unterscheidet sich vom natürlichen α-MSH durch zwei Substitutionen — Norleucin an Position 4 und D-Phenylalanin an Position 7 — die es metabolisch stabiler und potenter machen. Als Agonist am Melanocortin-1-Rezeptor (MC1R) auf Melanozyten aktiviert es die Adenylatzyklase, erhöht cAMP und steigert über den Transkriptionsfaktor MITF die Tyrosinase-Aktivität. Dies verschiebt die Pigmentsynthese zugunsten von Eumelanin, das UV- und sichtbares Licht absorbiert und antioxidativ wirkt — der mutmaßliche Mechanismus des Lichtschutzes bei EPP.
Pasireotid
Pasireotid bindet breiter als ältere Somatostatin-Analoga (SSTR1/2/3/5) mit besonders hoher Affinität zu SSTR5. Dadurch hemmt es u. a. die ACTH-Ausschüttung bei Morbus Cushing und die GH-Ausschüttung bei Akromegalie.
Evidenz-Lage
Höchste Evidenz
Human-RCT
Human-RCT
Studien
4
1
davon am Menschen
4
1
Effekte erfasst
4
2
Offene Widersprüche
1
0
Dokumentierte Nebenwirkungen
4
2
Rechtsstatus
Vollständige Einträge
Häufige Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen Afamelanotide und Pasireotid?
- Afamelanotide wird der Kategorie „Forschung sonstige" zugeordnet, Pasireotid der Kategorie „Forschung sonstige". Afamelanotide: Afamelanotid (Markenname Scenesse) ist ein synthetisches 13-Aminosäuren-Analogon des α-Melanozyten-stimulierenden Hormons (α-MSH) und ein Melanocortin-1-Rezeptor-Agonist. Im Unterschied zu den meisten hier erfassten Peptiden ist es ein regulär zugelassenes Arzneimittel: EMA-Zulassung 2014/2015, FDA-Zulassung 2019, jeweils als subkutanes Implantat zur Vorbeugung von Phototoxizität bei Erwachsenen mit erythropoetischer Protoporphyrie (EPP). Es fördert die Eumelanin-Bildung in der Haut. Pasireotid: Pasireotid ist ein multireceptor-aktives Somatostatin-Analogon, das an vier der fünf Somatostatin-Rezeptoren bindet (besonders SSTR5). Es ist für das Cushing-Syndrom (Morbus Cushing) und Akromegalie zugelassen. Diese Seite stellt beide neutral und quellenbasiert gegenüber — ohne Anwendungs- oder Dosierempfehlung.
- Welches Peptid ist besser wissenschaftlich belegt, Afamelanotide oder Pasireotid?
- Der höchste vorhandene Evidenzgrad ist bei Afamelanotide „Human-RCT" und bei Pasireotid „Human-RCT". Ein höherer Evidenzgrad bedeutet belastbarere Daten, aber keine Aussage über Eignung für eine Einzelperson. Die vollständige Studienlage steht auf den jeweiligen Einzelseiten.
- Wie ist der Rechtsstatus von Afamelanotide und Pasireotid in Deutschland und den USA?
- Deutschland: Afamelanotide — Verschreibung, Pasireotid — Verschreibung. USA: Afamelanotide — Verschreibung, Pasireotid — Verschreibung. Angaben sind faktische Zusammenfassungen mit Quelle und Prüfdatum auf den Einzelseiten.