Vergleich
DSIP vs. Elamipretide
Zwei Peptide direkt nebeneinander — Identität, Evidenzlage, Rechtsstatus und bekannte Nebenwirkungen.
Identität
Kategorie
Forschung sonstige
Forschung sonstige
CAS-Nr.
62568-57-4
736992-21-5
Molekulargewicht
848.81 g/mol
639.8 g/mol
Halbwertszeit
0.1 h
keine Daten
Sequenz
Trp-Ala-Gly-Gly-Asp-Ala-Ser-Gly-GluD-Arg-Dmt-Lys-Phe-NH2Wirkmechanismus
DSIP
DSIP wurde 1977 von der Schoenenberger-Monnier-Gruppe in Basel als blutbürtige Substanz beschrieben, die im Tiermodell EEG-Veränderungen ähnlich dem Delta-Schlaf hervorrufen sollte. Der genaue Wirkmechanismus ist bis heute nicht etabliert: kein definierter Rezeptor, vorgeschlagene Modulation der Opioid-, GABAergen und Glutamatergen Systeme. Die meisten mechanistischen Befunde stammen aus präklinischen Studien der 1980er und 1990er Jahre und wurden später kontroversen Replikationsversuchen unterzogen.
Elamipretide
Elamipretide ist ein zellpermeables Tetrapeptid mit alternierenden aromatischen und basischen Resten, das sich selektiv an Cardiolipin anreichert — ein Phospholipid, das nahezu ausschließlich in der inneren Mitochondrienmembran vorkommt und für die Krümmung der Cristae sowie die Organisation der Atmungsketten-Komplexe wichtig ist. Durch die Bindung an Cardiolipin soll Elamipretide die Cristae-Architektur stabilisieren, den Elektronentransport und die ATP-Produktion unterstützen und die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies verringern. Diese mechanistischen Modelle stammen überwiegend aus Zell- und Tiermodellen sowie biophysikalischen Untersuchungen; inwieweit sie klinische Wirksamkeit beim Menschen erklären, ist angesichts der gemischten Studienergebnisse Gegenstand der Forschung.
Evidenz-Lage
Höchste Evidenz
Humanstudie
Human-RCT
Studien
4
4
davon am Menschen
1
4
Effekte erfasst
3
4
Offene Widersprüche
1
1
Dokumentierte Nebenwirkungen
1
1
Rechtsstatus
Vollständige Einträge
Häufige Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen DSIP und Elamipretide?
- DSIP wird der Kategorie „Forschung sonstige" zugeordnet, Elamipretide der Kategorie „Forschung sonstige". DSIP: Synthetisches Nonapeptid, das 1977 von Guido Monnier und Marcel Schoenenberger aus dem Blut von Kaninchen im Delta-Schlaf isoliert wurde. Trotz des Namens ist die Rolle in der Schlafregulation umstritten und nicht durch westliche RCTs in größerer Population bestätigt. Elamipretide: Elamipretide (SS-31, MTP-131, früher Bendavia) ist ein synthetisches, mitochondrien-gerichtetes Tetrapeptid (Sequenz D-Arg-Dmt-Lys-Phe-NH2), das an Cardiolipin der inneren Mitochondrienmembran bindet und so die Cristae-Struktur stabilisieren und die mitochondriale Bioenergetik unterstützen soll. Es wurde von Stealth BioTherapeutics in mehreren Indikationen klinisch geprüft, darunter primäre mitochondriale Myopathie, Barth-Syndrom, Herzinsuffizienz und trockene altersbedingte Makuladegeneration (geographische Atrophie). Die Studienlage ist gemischt: Mehrere zentrale Studien verfehlten ihre primären Endpunkte. Im September 2025 erhielt Elamipretide (Handelsname Forzinity) in den USA eine beschleunigte FDA-Zulassung ausschließlich für das ultra-seltene Barth-Syndrom; in allen übrigen geprüften Indikationen bleibt es investigationell und ist außerhalb der USA nicht als Arzneimittel zugelassen. Diese Seite stellt beide neutral und quellenbasiert gegenüber — ohne Anwendungs- oder Dosierempfehlung.
- Welches Peptid ist besser wissenschaftlich belegt, DSIP oder Elamipretide?
- Der höchste vorhandene Evidenzgrad ist bei DSIP „Humanstudie" und bei Elamipretide „Human-RCT". Ein höherer Evidenzgrad bedeutet belastbarere Daten, aber keine Aussage über Eignung für eine Einzelperson. Die vollständige Studienlage steht auf den jeweiligen Einzelseiten.
- Wie ist der Rechtsstatus von DSIP und Elamipretide in Deutschland und den USA?
- Deutschland: DSIP — Nicht zugelassen, Elamipretide — Nicht zugelassen. USA: DSIP — Nicht zugelassen, Elamipretide — Verschreibung. Angaben sind faktische Zusammenfassungen mit Quelle und Prüfdatum auf den Einzelseiten.