Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Einordnung. Keine ärztliche Beratung, keine Aufforderung zur Anwendung.
Auf einen Blick
Synthetisches Nonapeptid, das 1977 von Guido Monnier und Marcel Schoenenberger aus dem Blut von Kaninchen im Delta-Schlaf isoliert wurde. Trotz des Namens ist die Rolle in der Schlafregulation umstritten und nicht durch westliche RCTs in größerer Population bestätigt.
Erforscht für
Schlaf-Regulation (frühe Hypothese, kontrovers)Stress-induzierte Verhaltensveränderung (Tiermodelle)Schmerzmodulation in präklinischen Studien
Offizieller Status
DE: Nicht zugelassen
Keine EMA-Zulassung. Nicht als Arzneimittel verkehrsfähig.
DSIP wurde 1977 von der Schoenenberger-Monnier-Gruppe in Basel als blutbürtige Substanz beschrieben, die im Tiermodell EEG-Veränderungen ähnlich dem Delta-Schlaf hervorrufen sollte. Der genaue Wirkmechanismus ist bis heute nicht etabliert: kein definierter Rezeptor, vorgeschlagene Modulation der Opioid-, GABAergen und Glutamatergen Systeme. Die meisten mechanistischen Befunde stammen aus präklinischen Studien der 1980er und 1990er Jahre und wurden später kontroversen Replikationsversuchen unterzogen.
02
Evidenz im Überblick
Lesehinweis. Die Verteilung zeigt, auf welcher Evidenzstufe die einzelnen Beobachtungen stehen. Kräftige Farben markieren stärkere Evidenz — schwächere Stufen sind nicht ausgeblendet, sondern bewusst sichtbar.
3 Beobachtungen · 2 Tiers
Humanstudie
1
Tiermodell
2
03
Was die Studien zeigen
Tiermodell
Kaninchen
Schoenenberger GA, Monnier M 1977
EEG-Veränderungen mit erhöhter Delta-Aktivität nach intravenöser Verabreichung bei Kaninchen ursprünglich berichtet
Was daraus NICHT folgt: Originalbefund der entdeckenden Arbeitsgruppe; spätere Replikationsversuche in anderen Tiermodellen und beim Menschen lieferten heterogene Ergebnisse.
Humanstudie
Mensch
Verkürzung der Einschlaf-Latenz in einer kleinen klinischen Pilot-Studie an Patientinnen mit chronischer Insomnie berichtet
Was daraus NICHT folgt: Kleine Stichprobe (<30), keine Verblindung gegen aktiven Komparator. Eine systematische Cochrane-Übersicht zu DSIP existiert nicht — die Evidenzlage gilt als unzureichend.
Tiermodell
Maus
Analgetische Effekte im Tail-Flick-Test und Hot-Plate-Test bei Mäusen dokumentiert
Was daraus NICHT folgt: Standard-Tiermodelle für Analgesie; klinische Relevanz beim Menschen nicht etabliert.
04
Wo Studien sich widersprechen
Offene Frage
Induziert DSIP tatsächlich Delta-Schlaf beim Menschen?
POSITION A
Die Schoenenberger-Monnier-Gruppe und einige sowjetisch-russische Studien berichteten EEG-Veränderungen Richtung Delta-Aktivität.
POSITION B
Mehrere westliche Replikationsversuche in den 1990er-Jahren konnten den Effekt nicht konsistent reproduzieren. Die Schlafmedizin hat DSIP nicht als therapeutische Option etabliert.
STAND DER FORSCHUNG · Die wissenschaftliche Gemeinschaft betrachtet DSIP heute als historisch interessant, aber als therapeutisch nicht etabliert. Die Substanz wird in der modernen Schlafmedizin praktisch nicht mehr untersucht.
05
Pharmakokinetik
Theoretischer Konzentrationsverlauf bei einer Halbwertszeit von 0.1 h. Reines pharmakokinetisches Modell — keine Dosierungsempfehlung.
Welche Verabreichungsformen wurden in den vorliegenden Studien beschrieben — neutrale Wiedergabe, keine Anwendungsanleitung.
Intravenös
In den ursprünglichen Schweizer Forschungsstudien intravenös verabreicht — kompatibel mit der sehr kurzen Halbwertszeit.
Subkutan
In späteren russischen Studien auch subkutan; Schwarzmarkt-Anwendung folgt überwiegend dieser Route.
07
Bekannte Nebenwirkungen aus Studien
Faktische Wiedergabe was Studien beobachtet haben. Keine Sicherheitsaussage für individuelle Anwendung.
Anekdotisch
Sicherheits-Profil unzureichend dokumentiert
Die Evidenz beschränkt sich auf kleine Studien aus den 1980er-2000er Jahren ohne systematische Pharmakovigilanz.
07b
Wechselwirkungen & Kombinationen
Dokumentierte Wechselwirkungen und Kontraindikationen aus Studien, Fachinfos und Leitlinien. Wo keine Daten existieren, wird das ausgewiesen.
Risiko-Wiedergabe, KEINE Kombinations-Anleitung. Das Fehlen eines Eintrags bedeutet nicht „sicher kombinierbar", sondern „nicht ausreichend untersucht".
Keine dokumentierten Wechselwirkungen erfasst
Für dieses Peptid haben wir bislang keine belastbar dokumentierten Wechselwirkungen gefunden. Das bedeutet NICHT, dass keine existieren — die Datenlage ist begrenzt.
10
Anekdotische Beobachtungen
Schwächste Evidenzstufe — nicht durch Studien gestützt
Hinweis zur Einordnung. Diese Sektion sammelt populäre Aussagen aus Communities und Foren. Sie sind explizit als schwächste Evidenz markiert. Selbstberichte ohne Verblindung sind besonders anfällig für Placebo-, Erinnerungs- und Bestätigungs-Verzerrungen.
Warum hier keine Mengen oder Protokolle stehen. Bewusst zeigen wir nur, WAS in Communities berichtet wird — nicht, in welcher Menge oder wie es angewendet wird. Anekdotische „Dosierungen" oder „Biohacker-Protokolle" sind weder geprüft noch standardisiert noch sicher; sie zu veröffentlichen wäre eine Anwendungsanleitung, die wir grundsätzlich nicht geben. Konkrete Mengen gehören in ein ärztliches Gespräch, nicht in ein Forum.
In Bio-Hacking-Foren wird DSIP als 'sanfter Schlaf-Modulator' beschrieben.
verbreitet in Nootropic-Communities
Nicht durch Studien gestützt: Diese Aussage stützt sich auf Selbst-Berichte und die ursprüngliche Tierexperiment-Hypothese. Eine kontrollierte Wirksamkeit beim Menschen ist nie in einer großen RCT bestätigt worden. Die extrem kurze Halbwertszeit macht die Wirkdauer-Annahme zusätzlich fragwürdig.
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Rechtsstatus nach Land
Land
Status
Hinweis
Geprüft
USA
Nicht zugelassen
Keine FDA-Zulassung. Vertrieb als 'Research Chemical' rechtlich nicht gedeckt.
2026-05-22
Deutschland
Nicht zugelassen
Keine EMA-Zulassung. Nicht als Arzneimittel verkehrsfähig.
2026-05-22
RU
Nur Forschung
In Russland in der Forschung gebräuchlich; keine breite Arzneimittel-Zulassung in westlich-vergleichbarer Form.
2026-05-22
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Rekonstitutions-Rechner
Reine mg/mL-Mathematik — funktioniert wie ein Taschenrechner. Keine Anwendungsempfehlung.
Peptide kommen als Trockenpulver. Löst man das Pulver in einer Flüssigkeit auf (Rekonstitution), beantwortet dieser Rechner eine einzige Frage: Wie viel Substanz steckt danach in einem Milliliter Lösung?
1Substanz-Menge der Ampulle eintragen (steht auf dem Etikett).
2Menge des zugegebenen Lösungsmittels eintragen.
3Ergebnis = Konzentration in mg pro mL.
Steht auf dem Etikett
/
Flüssigkeit, die du zugibst
=
2.50
mg / mL
5 mg in 2 mL ergeben 2.50 mg/mL — jeder Milliliter enthält 2.50 mg Substanz.
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Studienverzeichnis
Tiermodell
Schoenenberger GA, Monnier M · 1977
Characterization of a delta-electroencephalogram (-sleep)-inducing peptide