Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Einordnung. Keine ärztliche Beratung, keine Aufforderung zur Anwendung.
Auf einen Blick
Cyclisches Hepta-Peptid und nicht-selektiver Melanocortin-Rezeptor-Agonist. Ursprünglich an der University of Arizona als Sonnenschutz-Konzept erforscht — nie als Arzneimittel zugelassen. Auf dem Schwarzmarkt verbreitet; behördliche Warnungen wegen kardiovaskulärer und onkologischer Risiken.
Erforscht für
Pigmentierung als 'subkutane Bräunung'Erektile Funktion in frühen Studien
Offizieller Status
DE: Nicht zugelassen
Keine EMA- oder BfArM-Zulassung. Das deutsche BfArM hat 2008 explizit vor dem 'Bräunungspeptid' Melanotan gewarnt.
Melanotan II bindet nicht-selektiv an alle fünf Melanocortin-Rezeptor-Subtypen (MC1R-MC5R). Über MC1R in Melanozyten wird die Eumelanin-Synthese stimuliert (pigmentierender Effekt). Über MC4R und MC3R im ZNS werden Appetit, sexuelle Funktion und Blutdruck moduliert. Die zyklische Struktur und D-Aminosäuren erhöhen die Stabilität gegenüber dem natürlichen α-MSH.
02
Evidenz im Überblick
Lesehinweis. Die Verteilung zeigt, auf welcher Evidenzstufe die einzelnen Beobachtungen stehen. Kräftige Farben markieren stärkere Evidenz — schwächere Stufen sind nicht ausgeblendet, sondern bewusst sichtbar.
4 Beobachtungen · ein Evidenz-Tier
Humanstudie
4
03
Was die Studien zeigen
Humanstudie
Mensch
Dorr RT. et al. 1996
Pigmentierungsanstieg (Eumelanin-Produktion) wurde in den ursprünglichen Phase-1-Studien an gesunden Probanden dokumentiert
Was daraus NICHT folgt: Studien klein und überwiegend an der University of Arizona durchgeführt; keine Phase-3-Daten. Eine vermarktete Form wurde nie zugelassen.
Humanstudie
Mensch
Erektile Effekte in einer kleinen Studie an Männern mit psychogener erektiler Dysfunktion beobachtet
Was daraus NICHT folgt: Aus dieser frühen Forschung wurde später das selektivere PT-141 (Bremelanotid) entwickelt.
Humanstudie
Mensch (Fallserien)
Langan EA. et al. 2009
Fälle von Melanom-Veränderungen, atypischen Naevi und Mole-Wachstum nach Eigengebrauch in der Dermatologie-Literatur dokumentiert
Was daraus NICHT folgt: Kausalität nicht durch RCT bewiesen; behördliche Warnungen (UK MHRA, deutsches BfArM) basieren auf diesen Fallberichten.
Humanstudie
Mensch (Fallberichte)
Akuter Blutdruckanstieg und kardiale Symptome in Fallberichten nach Selbst-Anwendung dokumentiert
Was daraus NICHT folgt: Aus dem Vergleich mit PT-141 bekannter Klasseneffekt; bei MT-II in Schwarzmarkt-Reinheits-Kontext potenziert.
05
Pharmakokinetik
Theoretischer Konzentrationsverlauf bei einer Halbwertszeit von 1 h. Reines pharmakokinetisches Modell — keine Dosierungsempfehlung.
Persistierende Pigmentveränderungen wurden in mehreren Fallberichten beschrieben.
berichtet
07b
Wechselwirkungen & Kombinationen
Dokumentierte Wechselwirkungen und Kontraindikationen aus Studien, Fachinfos und Leitlinien. Wo keine Daten existieren, wird das ausgewiesen.
Risiko-Wiedergabe, KEINE Kombinations-Anleitung. Das Fehlen eines Eintrags bedeutet nicht „sicher kombinierbar", sondern „nicht ausreichend untersucht".
Keine dokumentierten Wechselwirkungen erfasst
Für dieses Peptid haben wir bislang keine belastbar dokumentierten Wechselwirkungen gefunden. Das bedeutet NICHT, dass keine existieren — die Datenlage ist begrenzt.
08
Risiken & Hygiene-Aspekte in der Fachliteratur
Was Behörden- und Studienliteratur zu Risiken, Sterilität und Identität in nicht-pharmazeutischen Quellen berichtet — beschreibend, keine Hygiene-Anleitung.
Behörden-Warnungen
FDA, BfArM, UK-MHRA, australische TGA und norwegische sowie schwedische Gesundheitsbehörden haben Warnungen oder Verbote veröffentlicht.
Schwarzmarkt-Reinheit
Mehrere unabhängige Untersuchungen haben in Schwarzmarkt-Produkten variable Wirkstoffgehalte, Verunreinigungen und Endotoxin-Kontamination dokumentiert.
09
Behörden-O-Töne
Direkte Aussagen aus offiziellen Bewertungsdokumenten — paraphrasiert mit Datum und Quellenlink.
Schwächste Evidenzstufe — nicht durch Studien gestützt
Hinweis zur Einordnung. Diese Sektion sammelt populäre Aussagen aus Communities und Foren. Sie sind explizit als schwächste Evidenz markiert. Selbstberichte ohne Verblindung sind besonders anfällig für Placebo-, Erinnerungs- und Bestätigungs-Verzerrungen.
Warum hier keine Mengen oder Protokolle stehen. Bewusst zeigen wir nur, WAS in Communities berichtet wird — nicht, in welcher Menge oder wie es angewendet wird. Anekdotische „Dosierungen" oder „Biohacker-Protokolle" sind weder geprüft noch standardisiert noch sicher; sie zu veröffentlichen wäre eine Anwendungsanleitung, die wir grundsätzlich nicht geben. Konkrete Mengen gehören in ein ärztliches Gespräch, nicht in ein Forum.
In Foren wird Melanotan II als 'subkutane Bräunung' beschrieben — meist kombiniert mit UV-Exposition.
weit verbreitet auf Schwarzmarkt-Plattformen und in Bodybuilding-Foren
Nicht durch Studien gestützt: Aussagen aus Anwendungsforen sind ohne Pharmakovigilanz und ignorieren die behördlichen Warnungen — Mole-Veränderungen und kardiovaskuläre Ereignisse sind dokumentiert.
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Rechtsstatus nach Land
Land
Status
Hinweis
Geprüft
USA
Nicht zugelassen
Keine FDA-Zulassung. FDA hat mehrfach vor unlizenzierten 'tanning peptides' gewarnt.
2026-05-22
Deutschland
Nicht zugelassen
Keine EMA- oder BfArM-Zulassung. Das deutsche BfArM hat 2008 explizit vor dem 'Bräunungspeptid' Melanotan gewarnt.
2026-05-22
Vereinigtes Königreich
Verboten
Die britische MHRA hat Melanotan ausdrücklich als nicht zugelassen und gesundheitlich riskant eingestuft.
2026-05-22
Australien
Verboten
TGA-Status: nicht zugelassen, Import und Verkauf untersagt.
2026-05-22
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Rekonstitutions-Rechner
Reine mg/mL-Mathematik — funktioniert wie ein Taschenrechner. Keine Anwendungsempfehlung.
Peptide kommen als Trockenpulver. Löst man das Pulver in einer Flüssigkeit auf (Rekonstitution), beantwortet dieser Rechner eine einzige Frage: Wie viel Substanz steckt danach in einem Milliliter Lösung?
1Substanz-Menge der Ampulle eintragen (steht auf dem Etikett).
2Menge des zugegebenen Lösungsmittels eintragen.
3Ergebnis = Konzentration in mg pro mL.
Steht auf dem Etikett
/
Flüssigkeit, die du zugibst
=
2.50
mg / mL
5 mg in 2 mL ergeben 2.50 mg/mL — jeder Milliliter enthält 2.50 mg Substanz.