Vergleich
GHRP-6 vs. Mod GRF (1-29)
Zwei Peptide direkt nebeneinander — Identität, Evidenzlage, Rechtsstatus und bekannte Nebenwirkungen.
Identität
Kategorie
Wachstum
Wachstum
CAS-Nr.
87616-84-0
863288-34-0
Molekulargewicht
873.02 g/mol
3367.9 g/mol
Halbwertszeit
0.4 h
0.5 h
Sequenz
His-D-Trp-Ala-Trp-D-Phe-Lys-NH2Tyr-D-Ala-Asp-Ala-Ile-Phe-Thr-Gln-Ser-Tyr-Arg-Lys-Val-Leu-Ala-Gln-Leu-Ser-Ala-Arg-Lys-Leu-Leu-Gln-Asp-Ile-Leu-Ser-Arg-NH2Wirkmechanismus
GHRP-6
GHRP-6 ist ein hochaffiner Agonist am Wachstumshormon-Sekretagog-Rezeptor 1a (GHSR-1a) — demselben Rezeptor, an den später das endogene Hormon Ghrelin gebunden wurde. Die Identifikation von GHRP-6 als pharmakologischer Anker führte 1996 zur Klonierung des GHSR und 1999 zur Entdeckung von Ghrelin selbst. GHRP-6 stimuliert die hypophysäre GH-Sekretion über einen vom GHRH unabhängigen Signalweg und kann synergistisch mit GHRH kombiniert werden. Über GHSR im Hypothalamus aktiviert es zusätzlich NPY/AgRP-Neurone, was in Tiermodellen einen orexigenen (appetitanregenden) Effekt erzeugt.
Mod GRF (1-29)
Synthetisches Analogon der ersten 29 Aminosaeuren des Wachstumshormon-Releasing-Hormons (GHRH 1-29). Vier Aminosaeure-Austausche (D-Ala an Position 2, Gln an 8, Ala an 15, Leu an 27) sollen den Abbau durch Dipeptidylpeptidase-IV verlangsamen und die enzymatische Stabilitaet gegenueber nativem GHRH erhoehen. Wie das native Hormon und Sermorelin bindet es an den GHRH-Rezeptor somatotroper Zellen des Hypophysenvorderlappens; mechanistisch ist dadurch eine Stimulation der endogenen Wachstumshormon-Ausschuettung zu erwarten. Im Gegensatz zur DAC-konjugierten CJC-1295-Variante fehlt die Albumin-Bindung, weshalb die Wirkdauer kurz bleibt.
Evidenz-Lage
Höchste Evidenz
Humanstudie
Humanstudie
Studien
4
4
davon am Menschen
2
4
Effekte erfasst
4
3
Offene Widersprüche
1
1
Dokumentierte Nebenwirkungen
2
0
Rechtsstatus
Vollständige Einträge
Häufige Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen GHRP-6 und Mod GRF (1-29)?
- GHRP-6 wird der Kategorie „Wachstum" zugeordnet, Mod GRF (1-29) der Kategorie „Wachstum". GHRP-6: Synthetisches Hexapeptid, das die Klasse der Wachstumshormon-freisetzenden Peptide (GHRPs) begründete. Cyril Bowers identifizierte GHRP-6 Ende der 1970er-Jahre als ersten oral und parenteral aktiven GH-Sekretagog ohne Strukturähnlichkeit zu GHRH. Nie als Arzneimittel zugelassen; nachgeordnete Analoga (GHRP-2, Hexarelin, Ipamorelin) wurden klinisch weiterverfolgt. Mod GRF (1-29): Tetrasubstituiertes synthetisches Analogon von GHRH(1-29), das im Graumarkt als "CJC-1295 ohne DAC" gehandelt wird. Eng verwandt mit Sermorelin (GHRH 1-29); ein kurzwirksames Wachstumshormon-Releasing-Hormon-Analogon, das oft mit einem GHRP/Ghrelin-Mimetikum kombiniert wird. Nicht als Arzneimittel zugelassen. Direkte Humanstudien zu genau diesem Analogon fehlen praktisch vollstaendig; die Faktenbasis stuetzt sich auf verwandte GHRH(1-29)-Analoga. Diese Seite stellt beide neutral und quellenbasiert gegenüber — ohne Anwendungs- oder Dosierempfehlung.
- Welches Peptid ist besser wissenschaftlich belegt, GHRP-6 oder Mod GRF (1-29)?
- Der höchste vorhandene Evidenzgrad ist bei GHRP-6 „Humanstudie" und bei Mod GRF (1-29) „Humanstudie". Ein höherer Evidenzgrad bedeutet belastbarere Daten, aber keine Aussage über Eignung für eine Einzelperson. Die vollständige Studienlage steht auf den jeweiligen Einzelseiten.
- Wie ist der Rechtsstatus von GHRP-6 und Mod GRF (1-29) in Deutschland und den USA?
- Deutschland: GHRP-6 — Nicht zugelassen, Mod GRF (1-29) — Nicht zugelassen. USA: GHRP-6 — Nicht zugelassen, Mod GRF (1-29) — Nur Forschung. Angaben sind faktische Zusammenfassungen mit Quelle und Prüfdatum auf den Einzelseiten.