Diese Inhalte dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Einordnung. Keine ärztliche Beratung, keine Aufforderung zur Anwendung.
Auf einen Blick
Synthetisches Hexapeptid, das die Klasse der Wachstumshormon-freisetzenden Peptide (GHRPs) begründete. Cyril Bowers identifizierte GHRP-6 Ende der 1970er-Jahre als ersten oral und parenteral aktiven GH-Sekretagog ohne Strukturähnlichkeit zu GHRH. Nie als Arzneimittel zugelassen; nachgeordnete Analoga (GHRP-2, Hexarelin, Ipamorelin) wurden klinisch weiterverfolgt.
Erforscht für
GH-Stimulation im ProvokationstestPharmakologische Charakterisierung des Ghrelin-RezeptorsAppetit-Stimulation in Tiermodellen
Offizieller Status
DE: Nicht zugelassen
Keine EMA-/BfArM-Zulassung. Inverkehrbringen als Arzneimittel ohne Zulassung ist nach §21 AMG verboten. WADA-verboten unter S2.
GHRP-6 ist ein hochaffiner Agonist am Wachstumshormon-Sekretagog-Rezeptor 1a (GHSR-1a) — demselben Rezeptor, an den später das endogene Hormon Ghrelin gebunden wurde. Die Identifikation von GHRP-6 als pharmakologischer Anker führte 1996 zur Klonierung des GHSR und 1999 zur Entdeckung von Ghrelin selbst. GHRP-6 stimuliert die hypophysäre GH-Sekretion über einen vom GHRH unabhängigen Signalweg und kann synergistisch mit GHRH kombiniert werden. Über GHSR im Hypothalamus aktiviert es zusätzlich NPY/AgRP-Neurone, was in Tiermodellen einen orexigenen (appetitanregenden) Effekt erzeugt.
02
Evidenz im Überblick
Lesehinweis. Die Verteilung zeigt, auf welcher Evidenzstufe die einzelnen Beobachtungen stehen. Kräftige Farben markieren stärkere Evidenz — schwächere Stufen sind nicht ausgeblendet, sondern bewusst sichtbar.
4 Beobachtungen · 3 Tiers
Humanstudie
2
Tiermodell
1
Präklinisch
1
03
Was die Studien zeigen
Humanstudie
Mensch
Bowers CY. et al. 1990
Robuster akuter GH-Anstieg nach intravenöser oder subkutaner Einzelgabe bei gesunden Probandinnen und Patienten mit GH-Mangel dokumentiert
Was daraus NICHT folgt: Akuter Diagnostik-Endpunkt; eine chronische Anwendung wurde nicht in randomisierten Studien für klinische Endpunkte wie Körperzusammensetzung untersucht.
Humanstudie
Mensch
Bowers CY. et al. 1990
Synergistische GH-Antwort in Kombination mit GHRH dokumentiert — die Spitzenwerte übersteigen die Summe der Einzelgaben
Was daraus NICHT folgt: Wurde in Provokationstests bei Erwachsenen und Kindern beschrieben; klinische Routine ist diese Kombination nicht.
Tiermodell
Ratte / Maus
Orexigene (appetit-stimulierende) Wirkung über NPY/AgRP-Neurone in Nagetieren beschrieben
Was daraus NICHT folgt: Die Übertragbarkeit auf den Menschen ist nicht durch kontrollierte Studien für Endpunkte wie Gewichtszunahme oder Kachexie gestützt.
Präklinisch
in vitro / Rezeptorpharmakologie
Howard AD. et al. 1996
Identifikation von GHRP-6 war historisch der pharmakologische Schlüssel zur Klonierung des Ghrelin-Rezeptors (Howard 1996) und zur Entdeckung von Ghrelin (Kojima 1999)
Was daraus NICHT folgt: Wissenschaftshistorischer Befund — keine klinische Wirkung beim Menschen.
04
Wo Studien sich widersprechen
Offene Frage
Ist der orexigene (appetit-stimulierende) Effekt von GHRP-6 beim Menschen klinisch relevant?
POSITION A
In Nagetier-Modellen ist der Appetit-Effekt über NPY/AgRP-Neurone reproduzierbar dokumentiert; Forenberichte interpretieren das als 'verlässlicher Hunger-Boost' bei Anwendung im Menschen.
POSITION B
Kontrollierte Humanstudien zu klinisch relevanten Gewichtszunahmen oder Lean-Mass-Gewinnen unter GHRP-6 fehlen. Akute Hunger-Berichte aus den Provokationstests sind kurz und nicht für chronische Anwendung evaluiert.
STAND DER FORSCHUNG · Der Schritt von Ratten-Appetit zu therapeutischer Gewichtszunahme im Menschen ist nicht überbrückt. Die nachfolgenden Analoga (GHRP-2, Anamorelin) waren genau dort die therapeutische Hoffnung — Anamorelin wurde explizit für Kachexie-Studien entwickelt und scheiterte teilweise an klinisch relevanten Endpunkten.
05
Pharmakokinetik
Theoretischer Konzentrationsverlauf bei einer Halbwertszeit von 0.4 h. Reines pharmakokinetisches Modell — keine Dosierungsempfehlung.
Wird mit der Ghrelin-Rezeptor-Aktivierung in Verbindung gebracht; meist kurz und selbst-limitierend.
berichtet in den frühen klinischen Studien
Humanstudie
Akuter Anstieg von Prolaktin und Cortisol
Bei GHRP-6 stärker ausgeprägt als bei spätere Analoga wie Ipamorelin, das selektiver ist.
in Provokationstests beschrieben
07b
Wechselwirkungen & Kombinationen
Dokumentierte Wechselwirkungen und Kontraindikationen aus Studien, Fachinfos und Leitlinien. Wo keine Daten existieren, wird das ausgewiesen.
Risiko-Wiedergabe, KEINE Kombinations-Anleitung. Das Fehlen eines Eintrags bedeutet nicht „sicher kombinierbar", sondern „nicht ausreichend untersucht".
Keine dokumentierten Wechselwirkungen erfasst
Für dieses Peptid haben wir bislang keine belastbar dokumentierten Wechselwirkungen gefunden. Das bedeutet NICHT, dass keine existieren — die Datenlage ist begrenzt.
08
Risiken & Hygiene-Aspekte in der Fachliteratur
Was Behörden- und Studienliteratur zu Risiken, Sterilität und Identität in nicht-pharmazeutischen Quellen berichtet — beschreibend, keine Hygiene-Anleitung.
WADA-Status
GHRP-6 ist auf der WADA-Verbotsliste unter S2 (Peptidhormone und Sekretagoga) gelistet — im sportlichen Wettkampf und außerhalb verboten.
Selektivität
Im Vergleich zu Ipamorelin gilt GHRP-6 als weniger selektiv: parallele Anstiege von Prolaktin und Cortisol sind häufiger dokumentiert.
10
Anekdotische Beobachtungen
Schwächste Evidenzstufe — nicht durch Studien gestützt
Hinweis zur Einordnung. Diese Sektion sammelt populäre Aussagen aus Communities und Foren. Sie sind explizit als schwächste Evidenz markiert. Selbstberichte ohne Verblindung sind besonders anfällig für Placebo-, Erinnerungs- und Bestätigungs-Verzerrungen.
Warum hier keine Mengen oder Protokolle stehen. Bewusst zeigen wir nur, WAS in Communities berichtet wird — nicht, in welcher Menge oder wie es angewendet wird. Anekdotische „Dosierungen" oder „Biohacker-Protokolle" sind weder geprüft noch standardisiert noch sicher; sie zu veröffentlichen wäre eine Anwendungsanleitung, die wir grundsätzlich nicht geben. Konkrete Mengen gehören in ein ärztliches Gespräch, nicht in ein Forum.
In Bodybuilding-Foren wird GHRP-6 oft als 'günstige Variante' anderer GHRPs beschrieben, gepaart mit Mod-GRF/CJC-1295.
weit verbreitet in englisch- und russischsprachigen Foren
Nicht durch Studien gestützt: Die Foren-Verwendung außerhalb der Zulassung steht unter keiner kontrollierten Humanstudie für Endpunkte wie Muskelaufbau oder Körperzusammensetzung; die Quelle (Pulvermarkt) ist regulatorisch nicht geprüft.
11
Rechtsstatus nach Land
Land
Status
Hinweis
Geprüft
USA
Nicht zugelassen
Keine FDA-Zulassung als Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel. Vertrieb als 'research chemical' ist rechtlich nicht gedeckt.
2026-05-22
Deutschland
Nicht zugelassen
Keine EMA-/BfArM-Zulassung. Inverkehrbringen als Arzneimittel ohne Zulassung ist nach §21 AMG verboten. WADA-verboten unter S2.
2026-05-22
Vereinigtes Königreich
Nicht zugelassen
Keine MHRA-Zulassung. WADA-verboten.
2026-05-22
JP
Nicht zugelassen
Im Gegensatz zu GHRP-2 (das dort als GHRP Kaken diagnostisch zugelassen ist) ist GHRP-6 in Japan nicht als Arzneimittel zugelassen.
2026-05-22
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Rekonstitutions-Rechner
Reine mg/mL-Mathematik — funktioniert wie ein Taschenrechner. Keine Anwendungsempfehlung.
Peptide kommen als Trockenpulver. Löst man das Pulver in einer Flüssigkeit auf (Rekonstitution), beantwortet dieser Rechner eine einzige Frage: Wie viel Substanz steckt danach in einem Milliliter Lösung?
1Substanz-Menge der Ampulle eintragen (steht auf dem Etikett).
2Menge des zugegebenen Lösungsmittels eintragen.
3Ergebnis = Konzentration in mg pro mL.
Steht auf dem Etikett
/
Flüssigkeit, die du zugibst
=
2.50
mg / mL
5 mg in 2 mL ergeben 2.50 mg/mL — jeder Milliliter enthält 2.50 mg Substanz.