Vergleich
Kisspeptin-10 vs. Pasireotid
Zwei Peptide direkt nebeneinander — Identität, Evidenzlage, Rechtsstatus und bekannte Nebenwirkungen.
Identität
Kategorie
Forschung sonstige
Forschung sonstige
CAS-Nr.
374675-21-5
396091-73-9
Molekulargewicht
1302.44 g/mol
1047.21 g/mol
Halbwertszeit
0.07 h
keine Daten
Sequenz
H-Tyr-Asn-Trp-Asn-Ser-Phe-Gly-Leu-Arg-Phe-NH2keine Daten
Wirkmechanismus
Kisspeptin-10
Kisspeptin-10 umfasst die zehn C-terminalen Aminosäuren, die für die Bindung an den Rezeptor KISS1R (auch GPR54) ausreichen. KISS1R ist ein G-Protein-gekoppelter Rezeptor, der vor allem auf GnRH-Neuronen im Hypothalamus exprimiert wird. Die Aktivierung führt über den Gq/11-Phospholipase-C-Weg zur Freisetzung von Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH), das wiederum die Hypophyse zur Ausschüttung von luteinisierendem Hormon (LH) und follikelstimulierendem Hormon (FSH) anregt. Kisspeptin-Signalgebung gilt als unverzichtbarer Auslöser der Pubertät; inaktivierende Mutationen in KISS1R sind mit ausbleibender Pubertät (idiopathischem hypogonadotropem Hypogonadismus) assoziiert. Über die reproduktive Achse hinaus wird KISS1R-Expression in limbischen Hirnregionen beschrieben, was als möglicher Mechanismus für die in Bildgebungsstudien beobachteten Effekte auf sexuelle und emotionale Verarbeitung diskutiert wird.
Pasireotid
Pasireotid bindet breiter als ältere Somatostatin-Analoga (SSTR1/2/3/5) mit besonders hoher Affinität zu SSTR5. Dadurch hemmt es u. a. die ACTH-Ausschüttung bei Morbus Cushing und die GH-Ausschüttung bei Akromegalie.
Evidenz-Lage
Höchste Evidenz
Human-RCT
Human-RCT
Studien
4
1
davon am Menschen
4
1
Effekte erfasst
4
2
Offene Widersprüche
1
0
Dokumentierte Nebenwirkungen
1
2
Rechtsstatus
Vollständige Einträge
Häufige Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen Kisspeptin-10 und Pasireotid?
- Kisspeptin-10 wird der Kategorie „Forschung sonstige" zugeordnet, Pasireotid der Kategorie „Forschung sonstige". Kisspeptin-10: Kisspeptin-10 ist das kürzeste bioaktive Fragment (10 Aminosäuren) des endogenen Neuropeptids Kisspeptin, das vom KISS1-Gen kodiert wird. Es wirkt als Agonist am Rezeptor KISS1R (GPR54) und stimuliert hypothalamische GnRH-Neuronen, was zur Ausschüttung von LH und FSH führt. Kisspeptin ist ein zentraler Schalter von Pubertät und Reproduktion und wird am Menschen vor allem von der Arbeitsgruppe um Waljit Dhillo (Imperial College London) bei reproduktiven Störungen sowie bei der sexuellen und emotionalen Verarbeitung im Gehirn erforscht. Es ist kein zugelassenes Arzneimittel. Pasireotid: Pasireotid ist ein multireceptor-aktives Somatostatin-Analogon, das an vier der fünf Somatostatin-Rezeptoren bindet (besonders SSTR5). Es ist für das Cushing-Syndrom (Morbus Cushing) und Akromegalie zugelassen. Diese Seite stellt beide neutral und quellenbasiert gegenüber — ohne Anwendungs- oder Dosierempfehlung.
- Welches Peptid ist besser wissenschaftlich belegt, Kisspeptin-10 oder Pasireotid?
- Der höchste vorhandene Evidenzgrad ist bei Kisspeptin-10 „Human-RCT" und bei Pasireotid „Human-RCT". Ein höherer Evidenzgrad bedeutet belastbarere Daten, aber keine Aussage über Eignung für eine Einzelperson. Die vollständige Studienlage steht auf den jeweiligen Einzelseiten.
- Wie ist der Rechtsstatus von Kisspeptin-10 und Pasireotid in Deutschland und den USA?
- Deutschland: Kisspeptin-10 — Nicht zugelassen, Pasireotid — Verschreibung. USA: Kisspeptin-10 — Nur Forschung, Pasireotid — Verschreibung. Angaben sind faktische Zusammenfassungen mit Quelle und Prüfdatum auf den Einzelseiten.